Was sind die wesentlichen Kritikpunkte an Elektrofahrzeugen? Mangelnde Reichweite, zu hoher Preis, keine passende Infrastruktur, wenig Angebot. Das trifft im Augenblick auf zweispurige Fahrzeuge klarerweise zu, doch bei den Zweirädern sieht's anders aus. Einer der Vorreiter in unserer Region ist das Oberländer Unternehmen MS Design, das sich mit der EH-Line neuerdings stark mit Elektrofahrzeugen in Szene setzt. Dabei ragen zwei Roller hervor, der ES01 und der ES02, die leistbar sind, eine für Mopeds und Roller zufriedenstellende Reichweite im Lokalbereich haben und einfach aufladbar sind.
Die Tiroler Tageszeitung hat sich das Scooter-Einstiegsmodell angesehen, den drei PS starken ES01. Der Stromroller ist mit einem Radnabenmotor versehen, der seine Speisung von einem Blei-Gel-Akku (48 Volt) erhält. Dessen Reichweite ist mit 80 Kilometern angegeben, was im Regelfall ausreicht, um den Tagesbedarf an regionaler Mobilität abzudecken.
In Innsbruck und Umgebung hielt sich der 118 kg schwere ES01 gut in der Spur, er kommt spritzig vom Start weg und erreicht im Nu seine Höchstgeschwindigkeit von etwa 45 km/h, Schaltvorgänge gibt's konstruktionsbedingt keine. Selbst starke Steigungen scheut der Elektroscooter nicht, die Fahrt ins Mittelgebirge nach Sistrans bewältigt er tapfer, die steile Strecke nach Hochzirl nimmt ihm zwar einen Teil seiner Power, aber selbst bei Volllast sind noch 27 km/h drin. Vom Fahrzeug selbst ist nur ein leises Surren zu vernehmen, das während des Abbiegens vom lauten Blinkersignal locker übertönt wird.
Praktisch lässt sich der E-Roller an jeder Haushaltssteckdose aufladen, das Ladegerät ist unterhalb des Sitzes verstaut. Fünf bis sieben Stunden benötigt das 2490-Euro-Gefährt für den „Tankvorgang“, die Kosten pro 100 gefahrene Kilometer belaufen sich laut Herstellerschätzung auf 0,50 Euro. Kritikpunkte? Abgehakt.
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